Entlacken PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ian McBrite   
03.12.2007

Bisher war Entlacken mit der Sandstrahltechnik einigermaßen gefährlich. Oft gleicht der Wagen nach solch einer Prozedur einem Stück Wellpappe.

Eine neue Technik aus der Luftfahrt sorgt jetzt für Abhilfe.

Das Verfahren wird Plastic Media Blasting (PMB) oder Kunststoffstrahlen genannt.

Die gesammte Methode stammt aus den USA und wurde ursprünglich für die Luftfahrt entwickelt.

Spezielle Strahlkanonen und ein besonderes Kunststoffgranulat als Strahlgut sorgen dabei für ein absolut verzugsfreies Entlacken.

Das Strahlgut selbst besteht aus zwei Granulaten. Das eine ist das eigentliche Kunststoffgranulat, das andere hingegen ist ein reines Naturprodukt, das aus dem Mark der Maiskolben gewonnen wird.

Nach 11 Stunden in der Strahlkabine ist ein Wagen komplett entlackt.

Die ganze Oberfläche der Wagens ist frei von Farbresten, Spachtelmasse und Grundierung. Dazu kommt noch, dass die Blechteile völlig glatt und unverletzt sind, im Gegensatz zur Sandstrahltech­nik. Selbst die Phosphatierung auf der Blechoberfläche bleibt erhalten.

Die Methode ist so schonend, dass man das Auto nicht mehr komplett demontieren muss, selbst Scheiben und Chromteile bleiben unversehrt. Auch werkseitig angebrachte Stempel und Aufdrucke sind nach dem Strahlen noch lesbar. Dicke Schichten von Unterbodenschutz und Öl können pro­blemlos entfernt werden. Lediglich Fahrzeugkarosserien aus Alluminium können aus technischen Gründen bisher nicht gestrahlt werden, da das Material weicher ist, als die im Flugzeugsektor einge­setzten Legierungen. Teile aus Allulegierungen, wie Felgen bereiten allerdings keine Schwierigkei­ten.

Im Gegensatz zu Sand als Strahlgut läßt sich das Kunststoffgranulat überall leicht mit Druckluft ausblasen. Auf Wunsch können auch nur Teilbereiche wie Motorraum oder Bodengruppe gestrahlt werden.

Stark angerostete Blechpartien müssen allerdings mittels Sandstrahltechnik nachgearbeitet werden. Stark angegriffene Blechpartien werden in der Regel aber ohnehin durch Reparaturbleche ersetzt. Kleinere Roststellen bekämpft man mit einem Winkelschleifer mit Drahtbürstenvorsatz.

Ein weiterer Punkt sind die hohen Kosten, die sich je nach Größe des Wagens und Umfang der Arbeiten auf mehrere tausend Euro belaufen. Diese Summen sind erklärbar mit den hohen Trans­portkosten, da das Strahlgut von den USA importiert werden muss.

Andererseits gibt es zur Zeit kein schonenderes und risikofreieres Verfahren zum Entlacken von Oberflächen, als die PMB-Strahltechnik.

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Letzte Aktualisierung ( 14.05.2009 )
 

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